sappeln
»Das ist kein Fehler. Das ist das Standardverhalten.«, sagte der Mann von der Hotline zu einer Kollegin. Das wird der Spruch des Jahres.
»Das ist kein Fehler. Das ist das Standardverhalten.«, sagte der Mann von der Hotline zu einer Kollegin. Das wird der Spruch des Jahres.
… denk ich an Heinrich Heine, der heute vor 210 Jahren geboren wurde. Das ist zugegeben lange her, er kämpfte nicht gegen Windmühlen, sondern gegen starke Gegner, sie vertrieben ihn ins Exil nach Frankreich und antworteten mit Zensur – und das ist mehr als aktuell. Heine antwortete mit einem spöttischen Text:
Die deutschen Censoren —— —— —— ——
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—— —— —— —— —— Dummköpfe —— ——
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Caput I aus »Deutschland. Ein Wintermärchen«:
Im traurigen Monat November war’s,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.
Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.
Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
Da ward mir seltsam zumute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute.
Ein kleines Harfenmädchen sang.
Sie sang mit wahrem Gefühle
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
Gerühret von ihrem Spiele.
Sie sang von Liebe und Liebesgram,
Aufopfrung und Wiederfinden
Dort oben, in jener besseren Welt,
Wo alle Leiden schwinden.
Sie sang vom irdischen Jammertal,
Von Freuden, die bald zerronnen,
Vom jenseits, wo die Seele schwelgt
Verklärt in ew’gen Wonnen.
Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.
Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.
Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.
Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.
Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.
Und wachsen uns Flügel nach dem Tod,
So wollen wir euch besuchen
Dort oben, und wir, wir essen mit euch
Die seligsten Torten und Kuchen.
Ein neues Lied, ein besseres Lied!
Es klingt wie Flöten und Geigen!
Das Miserere ist vorbei,
Die Sterbeglocken schweigen.
Die Jungfer Europa ist verlobt
Mit dem schönen Geniusse
Der Freiheit, sie liegen einander im Arm,
Sie schwelgen im ersten Kusse.
Und fehlt der Pfaffensegen dabei,
Die Ehe wird gültig nicht minder -
Es lebe Bräutigam und Braut,
Und ihre zukünftigen Kinder!
Ein Hochzeitkarmen ist mein Lied,
Das bessere, das neue!
In meiner Seele gehen auf
Die Sterne der höchsten Weihe -
Begeisterte Sterne, sie lodern wild,
Zerfließen in Flammenbächen -
Ich fühle mich wunderbar erstarkt,
Ich könnte Eichen zerbrechen!
Seit ich auf deutsche Erde trat,
Durchströmen mich Zaubersäfte -
Der Riese hat wieder die Mutter berührt,
Und es wuchsen ihm neu die Kräfte.

Endlich beehrt uns der Herr mal wieder mit einem neuen Album. Ich habe es in einem echten Plattenladen gekauft – da es es ja auch nicht im iTunes Store gibt. Und, was soll ich sagen, Planet Earth klingt nach Prince. Nichts Ungewöhnliches, Neues, Revolutionäres. Einige Melodien kommen einem doch verdammt bekannt vor. Ein ganz normaler Prince eben. Schöne, unaufgeregte Melodien.
Das Album lohnt sich anzusehen: ein nettes Wackelbild auf dem Cover, Prince und Symbol sind zu sehen, die Aversionen gegen die Magers gibt er nicht auf.
Übrigens ist mir vor Kurzem mal wieder aufgefallen, dass wir – ich und Prince (wie sich das anhört) – auf den Tag gleich alt sind. Wir altern gemeinsam. Wahrscheinlich bin ich deswegen wohl so versessen auf seine Musik. Nur das Asketische geht mir irgendwie sehr ab.
Und nachher gibt es hier dann noch das »neue« Album von Pink Floyd zu hören: The Piper At The Gates Of Dawn . Die Herrschaften sind allerdings dann doch ein paar Jahre älter als ich – und das Album um einiges aufwändiger und schöner. Das musste ich dann allerdings auch haptisch spüren und habe auf den elektronischen Einkauf gerne verzichtet.
… wäre heute 125 Jahre alt geworden. Mich haben schon immer die einsamen Menschen in der Weite seiner Bilderwelten gereizt, verstört, inspiriert. Als Illustrator war Hopper auch quasi ein Kollege.

Und für die Freunde des Kinos gibt es hier noch ein Schmankerl zu sehen:

… früher nannte man das Tour de France. In England wurde noch geprobt, wie das Publikum reagiert. Der Test fiel positiv aus. Und nun geht es zur B-Probe: Seit heute fahren die Radler in Frankreich.
Heute ist der Geburtstag von Franz Kafka, es wäre sein 124. geworden. Das Foto zeigt Franz Kafka im Alter von fünf Jahren: Auch damals ging »man« schon zum Fotografen. Und das Zitat ist der Erzählung »Die Verwandlung« entnommen:
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen.
›Was ist mit mir geschehen?‹ dachte er. Es war kein Traum. Sein Zimmer, ein richtiges, nur etwas zu kleines Menschenzimmer, lag ruhig zwischen den vier wohlbekannten Wänden…
Gregors Blick richtete sich dann zum Fenster, und das trübe Wetter – man hörte Regentropfen auf das Fensterblech aufschlagen – machte ihn ganz melancholisch. ›Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten vergäße‹, dachte er, aber das war gänzlich undurchführbar…
… braucht kein Mensch: plus iPod plus Adressbuch plus Browser plus E-Mail plus YouToube plus plus plus. Und viele haben’s schon und wir kriegen’s vielleicht auch bald. Und der Hype geht weiter. Teilweise ist es ausverkauft. Selbst der SpOn-Berichterstatter in den USA ist voll des Lobes; muss wohl auch irgendwie ein Apple-Fan sein. Einige Berühmtheiten wie Whoopi Goldberg oder Spike Lee erstanden auch ein neues Spielzeug. Und selbst der andere Steve – Wozniak – reihte sich brav in die Schlange ein, um sein eigenes neues Wunderwerk aus des anderen Stevs Thinktank zu kaufen. Er hatte zuvor nur eines zum Probieren. Nun muss er selbst bezahlen. Na ja, er kann es sich leisten. Und ob wir es uns leisten wollen und können werden wir erst erfahren, wenn wir wissen, wer es hier in unserem Lande anbieten darf. Apple wäre nicht Apple, wenn sie nicht versuchen würden, den Vertriebskanal und den damit verbundenen Profit möglichst hoch zu halten und in ihre eigenen Taschen zu kanalisieren. Wenn wir dadurch dann auch wieder viele schöne neue Macs und ein feines neues Betriebssystem bekommen, soll mir auch das recht sein.

Bruce Willis alias John McClane gibt in »Stirb langsam 4.0« wieder den eisenharten Cop. Da er aber mittlerweile auch älter geworden ist und sich in der Cyberwelt nicht so auskennt, wird ihm ein Nerd zur Seite gestellt, der uns sehr bekannt vorkommt. Es ist Justin Long, der den MAC in der Apple-Werbeserie »Get a Mac« spielt. Wenn das keine Karrieresprung ist. Und in welchem Film spielt demnächst Frau Katrin Bauerfeind, die Ex-Moderatorin vom Internet-TV Ehrensenf? Wir wissen es nicht.

Ach ja, das wollte ich doch nicht vergessen: Mein sehr geliebter Ehrensenf nahm Abschied von Katrin Bauerfeind. Ihren letzten Auftritt inszenierte sie selbst. Ihr Abschiedsvideo an uns. Schön für mich, dass mein Name dort auch vorkommt. Ich gratulierte ihr zu ihrem bestandenen Diplom.
Und so ist das halt, wenn man und frau das besteht, Geld verdienen hat Priorität, neue Perspektiven und so weiter. Ihre Bildschirmpräsenz wird sich wohl vom Internet auf eher öffentlich-rechtliche Sendungen verlagern. Während der Berlinale konnten wir sie ja schon in diesem neuen »Format« sehen – und hören natürlich auch. Wird schon werden.
Und wer moderiert zukünftig Ehrensenf? Wird man Katrin ersetzen können? Wird die Neue oder etwa gar der Neue auch die Spieletipps so wenig enthusiastsich anmoderieren? Noch ist kein neues Video online. Für Spannung ist also gesorgt.
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