Tibet
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) – immerhin Regierungspartei – wollte den Dalai Lama nicht empfangen. Mit Rücksicht »auf China«. Jetzt stehen sie endgültig am moralischen Abgrund, haben ihr verwerfliches Gesicht gezeigt. Nur »Die rote Heidi« empfängt den Repräsentanten der Tibeter – aber nicht in ihrem Amtssitz, sondern im Hotel. Na toll, dass sie sich nicht auf der Toilette einer Raststätte trafen. Das ist echte Opposition gegen den Parteivorsitzenden und den Außenminister Steinmeier und das ganze sozialdemokratische Establishment. Es ist peinlich, verwerflich und abstoßend.
Der Dalai Lama ist immerhin der Repräsentant eines besetzen Landes. Er erstebt für Tibet nicht einmal den Status eines souveränen Staates, eine wahre Autonomie wäre schon ein großer Traum – so wie Jahrhundert vor der Besetzung durch Maos Truppe.
Das Rumgehampel der Merkelschen Koalitionäre und der vielen, vielen Vertreter des Kapitals wegen der angeblichen wirtschaftlichen Konsequenzen ist lächerlich. Das Kapital wandert längst weiter in Länder, wo es noch billiger ist, Waren für unseren Konsum zu produzieren. Dahin, wo noch weniger Rechte der Arbeitenden, wo Menschenrechte nichts gelten, wo die kleinste Grundlage friedlichen Zusammenlebens erdrückt, erschlagen wird, die Menschen durch Arbeit vernichtet werden.
Die chinesische Karte ist und hat längst ausgespielt; die indische, vietnamesische, kambodschanische oder gar laotische … nur noch kurz im Spiel. Es gibt noch viele Länder.
Und hier muss mal wieder an den alten Karl Marx erinnert werden:
Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.



