Da sage mal einer, die bei Microsoft sind nicht kreativ. Falls nämlich jemand deren MP3-Player Zune kaufen sollte und das »Killerfeature« share your music with a friend nutzen sollte, wird böse überrascht werden. Denn nach drei Tagen oder dreimaligem Hören zerstören sich die Titel von selbst. Das nennt man denn Digital Rights Management, kurz DRM. Das ist ja an sich nichts schlimmes – finde ich jedenfalls, weil ja auch die Musiker von ihrer Musik leben sollen – mit der sie uns erfreuen. Aber dieses M$-DRM versieht auch Songs mit diesem Schutz, die frei erhältlich sind oder gar von dem Produzenten selbst seinem Freund rsp. seiner Freundin auf dessen Zune überlassen und geschenkt werden.
Microsoft beklaut damit die Musiker und die FreundInnen der Musiker. So wird das nix. Das steht fest.
M$ bewegt sich hier auf dem untersten Niveau der kleinbürgerlichen Rechtehaberei – und deshalb gibt es den Zune wohl auch in altdeutschem Eiche-Furnier. Einfach nur grottig – würde das Kind nun sagen. Und der Vater sagt: Hände weg von Datendieben!
Da nutzt es auch gar nix, wenn man dann auf dem Display Musiker sieht, die vor einem relativ homogenem Hintergrund befinden. Auch das ist Diebstahl, geistiger, und zwar bei Apple.
Auch ja, Apple. Die haben sich sicher in’s Fäustchen gelacht. So schlecht hätte nicht mal ein Produktionsdesign-Praktikant gearbeitet. Ist es denn so schwer, mal einen wirklichen iPod-Killer zu kreieren? Okay, ich steh’ auf Apple, den Macs, den iPods, der Software und den anderen schönen Dingen, die die dort entwerfen. Aber das Genießen von tragbarer Musik zum Beispiel hat immer auch etwas mit dem Haptischen der einfachen technischen Geräte zu tun. Und nur dann fühlen wir uns wohl.