Fuchsberg

Abgelegt unter Literatur von Dietbert | 31.07.2006 | 19:45

Während des Kochens am Abend höre ich gerne Nordwestfunk – der gemeinsame Regionalsender von NDR und RB. Heute wurde gelesen aus Christa Wolfs Nachdenken über Christa T. Es war das Kapitel über die Schwierigkeiten im aufbauenden Sozialismus ein privates Haus zu bauen, völlig verrückte Idee, über die zweite Schwangerschaft von Christa T., ganz normal, über Justus, den leicht spinnerten Tierarzt, Ehemann und Hausbauer.
Das erinnerte mich an die Besuche auf dem Fuchsberg am Kummerower See in den Jahren vor der Wende mit der Tochter von Christa T., Lena, mittlerweile erwachsen und auf der gleichen Etage in Berlin (West) lebend wie ich. Noch in Berlin, Hauptstadt der DDR, wohnend, hasste sie es immer, als Tochter von Christa T. vorgestellt zu werden. Sie erzählte es mir mal, damit ich vorbereitet bin. Aber das gehört nicht hierher.
Justus war auch einmal zu Besuch bei uns in Neukölln und vor allem auf der Suche nach einem in der DDR nicht zu beschaffenden Ersatzteil für sein Segelboot. Beim nächsten Besuch schipperten wir dann auf dem leicht wogenden See. Über Christa T. sprachen wir nie.

Warum nennt es niemand Barbarei?

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 29.07.2006 | 17:33

»Man spricht von übertriebener Gewaltanwendung. Warum nennt keiner es Barbarei? Warum wird ein Staat zerstört, dessen Institutionen Frieden schaffen könnten? Wie kann man angesichts solcher Kriegshysterie Zivilisten von der Notwendigkeit des Friedens überzeugen? Und liefert dieses Verhalten nicht Argumente für die Hisbollah, für die Feindschaft und Krieg die einzig mögliche Beziehung zu Israel darstellen? Die israelische Luftwaffe beherrscht den libanesischen Luftraum. Ihre Flugzeuge können tun, was sie wollen, ohne Eile und meistens ohne jede Gegenwehr. Dieser Krieg kann als ein Krieg ohne Schlachtfeld bezeichnet werden, als Strafexpedition. Aber gegen wen oder was? Gegen das Projekt von Wiederaufbau und Frieden und gegen Zivilisten.
Die Hisbollah tut ihrerseits dasselbe. Sie schießt Raketen nach Naharija, Tiberias, Haifa und gelegentlich ins arabische Nazareth. Sie wendet ebenfalls blinde Gewalt an und tötet Zivilisten, wenn auch wegen der ungleichen Kräfteverhältnisse weniger als Israel. Zum ersten Mal wurde der Krieg tief ins israelische Kernland getragen, was als symbolischer Sieg betrachtet wird. Wie immer das Ergebnis dieses Krieges aussehen wird, es wird die Kriegshoffnungen der Hisbollah stärken und Israel zusätzliche arabische Feindschaft einbringen. Die Hisbollah wird in arabischen Augen symbolisch gesiegt haben, und es wird zu neuer Gewalt kommen.
Am Ende werden die israelische Armee und die Hisbollah gemeinsam gesiegt haben. Die zerstörten Vorstädte Beiruts dagegen und hunderte getöteter Zivilisten werden die Verlierer sein.
«
Zitat des libanesischen Schriftstellers Abbas Beydoun aus einem Artikel bei SpOn.

Schlechtwetter

Abgelegt unter Fragmente von Dietbert | 27.07.2006 | 23:26

Es ist einfach viel zu heiß. Maximal 25 Grad und trocken sollte es sein. Das hier ist seit sieben Wochen pure Qäulerei. Am schönsten wäre es auf einer Nordseeinsel mit wenig Wind, Abkühlung am Abend und in der Nacht und am Tage kilometerlanger Strand, unendliches Meer, eine leichte Brise und Stille. Mehr braucht es nicht zur Erholung. Baltrum.

Der Joschka

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 25.07.2006 | 23:44

macht mal wieder in Weltpolitik. Syrien und der Iran sind die eigentlichen Treiber und Verantwortlichen hinter dem Krieg im Libanon und in den autonomen Palästinensergebieten. Da hat er wohl recht. Nur was veranlasst Israel, den Libanon und Gaza zu zerbomben, hundertausende von Menschen zu vertreiben, ihnen die Grundlage des Lebens zu nehmen. Dieses unendliche Leid! Es sollen Fakten geschaffen werden, hinter denen nicht wieder zurückgegangen werden kann. Pflöcke einrammen nannten wir das früher. Ein friedliches Zusammenleben der Völker im Nahen Osten ist ohne einen gesicherten Palästinenserstaat nicht möglich. Die jetzigen Aktionen werden den radikalen - Terroristen genannten - Heeren nur noch mehr Zulauf bringen. Es wird sich nichts, aber auch gar nichts zum Guten wenden. Ganz im Gegenteil. Das sollte Joschka auch wissen.
Auch sein Gerede von einer möglichen Jamaika-Koalition zeigt nunmehr, dass er endlich ganz im bürgerlichen Lager angekommen ist, der Herr Professor Fischer. Die Grünen: die Partei der Besserverdienenden ökologisch angehauchten Liberalen. Hab ich ja schon lange gesagt.

Ein Blick,

Abgelegt unter Fragmente von Dietbert | 25.07.2006 | 23:34

ein Händedruck, eine Zigarettenlänge zusammen sitzen, rauchend, schauend, sprechend. Jahre nicht gesehen. Einmal Bruderschaft getrunken. Einmal sogar getanzt. Ein Foto. Sie kannte meinen Namen noch. Blick in ihre braunen Augen, nicht loslassend. Bloß nicht zu lange verweilen. Dennoch ein kleines Versprechen. Die Haare kürzer, die Jahre haben Spuren hinterlassen. Schönheit vergeht nicht. Kurze Mitteilungen über Arbeit, Kinder, Ferien. Stunden könnte es weitergehen. Kein Ende absehbar. Fragen, die nicht gestellt werden. Stoff für eine Ewigkeit. Die Zigarette hastig ausgedrückt. Verabschiedet. Gegangen. Wiedersehen? Fatale Konsequenzen sind möglich.

iPod Killer

Abgelegt unter Kultur, Netzarbeit von Dietbert | 24.07.2006 | 11:44

zune In Cupertino schlottern den Entwicklern von iTunes, iPod und Co. bestimmt schon die Knie. Microsoft äfft Apple nach und bringt Ende des Jahres und komplett abgekupfert Zune. Ich weiß nicht einmal wie ich das richtig aussprechen soll. Aber egal. Wir werden sicher mit Werbung vollgeballert. Da das Kopieren von Apple-Produkten aber bei M$ immer ein wenig länger dauert, wird es mit der Marktreife wohl eher noch bis 2009 dauern. Und der Werbewartespot ist dermaßen schrottig, dass nur eine Prognose übrig bleibt: Üben, üben, üben. Und wenn das hier dem späteren Design einigermaßen nahe kommt – was zu befürchten ist – dann: Gute Nacht – Zune. Ruhe sanft!
Was die Musikfirmen von einer Funktion Musik drahtlos zu tauschen halten, kann ich mir denken. Das gibt dann soviel DRM-Gedöns, dass für das Musikhören keine Zeit bleibt.
Und fiebrige Erkältungskrankheiten gibt es dann sicher auch bald. Also viel zu tun für die Hacker, Spamer, Virenschreiber und Co. Aha! Jetzt klingelt’s: M$ will diese Leute abhalten, weiter Viren, Würmer und so weiter für das neue irgendwann erscheinende neue Windows zu schreiben, indem sie denen ein neues Spielzeug geben, womit sie sich erst einmal austoben können. Geschickt eingefädelt. Nur: auf den Markt muss es erst einmal kommen. Dieses Zune.

Ursache, Wirkung, Anlass, Grund

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 23.07.2006 | 15:53

Die Ursache ist nicht die Entführung israelischer Soldaten, die Ursache ist das Warten auf einen Anlass.
Die Wirkung ist nicht die Reaktion auf die Entführung. Die Wirkung ist die Zerstörung des Libanon und der Menschen. Der Anlass ist die Entführung israelischer Soldaten. Der Grund ist die Nichtanerkennung der Rechte der vertriebenen Palästinenser auf einen eigenen souveränen Staat.
Dass George Double-U davon keine Ahnung hat, ist nicht verwunderlich. Aber auch die naturwissenschaftlich ausgebildetete Kanzlerin bringt das immer wieder durcheinander.
Land und Menschen werden zerstört, um sich die Feinde der eigenen Politik weiter vom Hals zu halten. Und es wird noch viel, viel schlimmer kommen. Der Nahe Osten steht am Abgrund. Die Apokalypse ist nah. Und nichts wird sein wie noch vor zwei Wochen.

Guernica

Abgelegt unter Kunst, Politik von Dietbert | 17.07.2006 | 12:10

Picasso Guernica

17. Juli 1936: Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Im April 1937 zerstörte die vom faschistischen Deutschland geschickte “Legion Condor” die kleine spanische Stadt Guernica, 1600 Menschen starben.
Pablo Picasso malte 1937 seine riesige (777 x 349 cm) Guernica-Allegorie für den Pavillon der Spanischen Republik auf der Weltausstellung in Paris. Mehr dazu hier.
Wer in seinem Bücherschrank noch eine Ausgabe der “Ästhetik des Widerstands” von Peter Weiss hat, sollte sich doch oder noch einmal den zweiten Band herausnehmen und lesen.

Liberté, Egalité, Fraternité

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 14.07.2006 | 7:18

Sansculottes

14. Juli 1789: Beginn der Französischen Revolution mit dem Sturm auf die Bastille.

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