
Der neunzigste Geburtstag. Ironiefrei. Ich erinnere mich noch. An den Maler, Filmemacher, Dramatiker und Romanschreiber Peter Weiss. Seine Ästhetik des Widerstands wurde das wichtigste literarische Werk, das ich je gelesen hatte, es prägte mich, veränderte die Sicht auf Konstanten, verschob Parameter, machte offen, befreite mich. Eine neue Sicht, die nichts aufgab von den Grundsätzen, sie nur anders bewertete. Vieles wurde leichter, vieles wurde schwerer. Ich fühlte mich besser. Peter Weiss war mir nah. Seine Gedanken. Sein Leben. Sein Werk. Das war Kunst. Die Kunst der Veränderung.
Mein Versuch einer Peter-Weiss-Biografie.
Das Foto entstand 1982 während der Preisverleihung zum Bremer Literaturpreis. Der erste Preis, den Peter Weiss für Die Ästhetik des Widerstands bekam. Den Büchner-Preis bekam er »nur« posthum.