pochierter Schmidt

Abgelegt unter Kultur von Dietbert | 14.05.2007 | 20:02

Harald Schmidt hat den Bodensatz des Dumpfbardentums erreicht. Oliver Pocher soll seiner Sendung im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk hinzugefügt werden. Bleibt zu fragen: Was zahlt der Mediamarkt für die Werbung? Alles andere von Oliver Pocher ist absoluter Mist. Der Mann hat keine Ahnung. Nicht mal von sich selbst.

Helvetica

Abgelegt unter Kultur, Netzarbeit von Dietbert | 24.04.2007 | 11:14

Helvetica

SpOn-Leser wissen mehr, und so wurde ich an den fünfzigsten Geburtstag der Helvetica erinnert. Über Jahrzehnte war die Helvetica die Brotschrift der Schriftsetzer: »Nehmen Sie doch Helvetica in zehn Punkt, die sieht gut aus.« Es war die Universalschrift für alle möglichen Einsätze, ihr Vorteil ist die gute Lesbarkeit, ob groß oder klein. Ein Satz Bleilettern war teuer und das »Schweizer Messer« der Schriftsetzer war gerade für kleine Druckereien unverzichtbar. Dazu noch eine Garamond und für die allermeisten Aufgaben war man gut gerüstet. Der Fotosatz änderte dass nicht wesentlich, denn auch hier mussten ja die Schriften gekauft werden. Heute ist das nicht anders, wird aber oft vergessen.
Nur, was vor Kurzem en vogue war, ist heute schon wieder vergessen. Bei Interesse sollte man mal im fontshop vorbeischauen, welche Vielfalt es gibt.
Aber die Zeiten ändern sich und heute nimmt der Typograf denn auch etwas moderneres. Man sieht es sich einfach schneller über. Die »Meta« ist da ein gutes Beispiel. Wer vor circa zehn Jahren als Gestalter modern sein wollte und konnte, der setzte sie ein. Und heute. Selten gesehen.
Die kümmerliche Arial, als Helvetica-Ersatz von Microsoft erfunden, ist auch ein Beispiel für einen schlechten Ersatz eines Erfolgsmodells. Ich mag diese spitzigen Enden einfach nicht gedruckt sehen. Auf dem Bildschirm ist das anders, erträglicher.
Screendesigner haben ja nun eher weniger Die Qual der Wahl: Arial oder Verdana und das war es dann schon meistens, soll die Website auf möglichst vielen Rechnerwelten gleich oder wenigstens ähnlich aussehen. Und Flash ist nun wirklich keine Alternative.

Ungerechtes Ende

Abgelegt unter Kultur, Kunst, Literatur, Musik, Politik von Dietbert | 11.12.2006 | 20:36

Gestern starb Augusto Pinochet, friedlich. Seinen Gegnern war das nicht vergönnt. Sie wurden entführt, gefoltert, ermordert, verscharrt, ins Meer geworfen. Pinochet wurde mehr als neunzig Jahre alt. Ihm wurde nie ernsthaft der Prozess gemacht. Er setzte um, was die nordamerikanischen Freunde billigten.

Salvador Allende

Er war verantworlich für den Tod von Salvador Allende, gewählter sozialistischer Präsident, der nach dem Bombardement der Moneda wohl den Tod suchte. Pinochet ist Schuld am unermesslichen Leid vieler Chilenen. Einige von ihnen habe ich kennen gelernt. Freundliche, friedliche Menschen, die diese herrlichen Empanades machten, die auf jedem Basar, bei jedem politischen Fest meine Leibspeise wurde. Oder Alfredo mit seiner Familie, schöne, stolze Menschen, die Fotos zeigten aus besseren Zeiten – aber immer dabei: das Militär. Auf einem Foto war auch Pinochet zu sehen. Unscheinbar schien er. Der Teufel steckte in ihm. Er schien auf seine Zeit zu warten.

Pablo Neruda

Wir lernten die chilenische Kultur kennen. Pablo Neruda – natürlich. Er war auch schon vorher die Ikone der chilenischen Literaten. Oder Victor Jara. Und dann auch zum Beispiel Los Jaivas, Musiker mit einem voluminösen Mix aus Rock und Folklore.
Und später dann die Romane von Isabel Allende, die Nichte von Salvador Allende, die die Geschichte auf ihre Art beschrieb und ein Millionenpublikum erreichte. Sie war auch verantwortlich für den Namen der Tochter einer guten Freundin.
So wird in jedem von uns ein wenig weitergereicht, um es zu bewahren.

Luis Corvalan

Und dann, 1975, wurde Luis Corvalán, der Chef der KP endlich frei gelassen. Auf einem Festival sah ich ihn auf der Bühne stehen, nichts wissend von dem Handel der politischen Freunde in Moskau. Aber immerhin: er war da und frei! Schon alt und gebrechlich. Und wir sangen wenigstens den Refrain des Liedes von Sergio Ortega:

El pueblo unido jamás será vencido!
El pueblo unido jamás será vencido!

Steht auf und singt! Ein neues Lied beginnt.
Ein neuer Kampf die Zukunft uns gewinnt.
Doch nur vereint besiegen wir den Feind.
Kämpft mit uns, Freund, daß morgen wir die Sieger sind!
In unserem Lied der neue Morgen glüht,
wie unsre Fahne glüht im wilden Wind.

Und Chile kämpft! Sein Kampf wächst mit dem Schmerz
und lodert aus den Minen himmelwärts
Von Nord nach Süd das Volksfrontbanner zieht.
Die Einheit glüht: Wir schmieden sie aus Chiles Erz.
Der Weg ist klar: Unidad Popular!
Das Volk es kämpf mit Hand und Hirn und Herz.
Und jetzt wird das Volk sich erheben
im Kampfe und singen,
und singen mit mächtiger Stimme:

El pueblo unido jamás será vencido!
El pueblo unido jamás será vencido!

Und Chile singt das Lied vom neuen Licht,
vom neuen Tag, der freundlicher anbricht,
noch rot vom Blut, doch hell und klar und gut!
Genossen, Mut! Das Volk mit einer Stimme spricht.
In unsrem Schritt Millionen ziehen mit.
Das Volk vereint weicht den Faschisten nicht.

Und Chile tanzt, wenn es den Kampf geführt.
Es tanzt vereint, wie es vereint marschiert.
Faschistenpack! Es kommt, es kommt der Tag,
der Siegestag. Dann wird die Rechnung präsentiert.
Voran! Nach vorn! Für uns geht nichts verlorn.
Nur Ketten sind es, die das Volk verliert.
Und jetzt wird das Volk sich erheben
im Kampfe und singen,
und singen mit mächtiger Stimme:

El pueblo unido jamás será vencido!
El pueblo unido jamás será vencido!

Und noch ein Lied zum Schluss:

Venceremos!

Aus dem blühenden Herzen des Landes
dringt die Stimme des Volkes empor.
Seht, es zeigt sich ein besseres Morgen
und es jubelt ganz Chile im Chor.

Fest entschlossen die Arbeiter, Bauern
fest entschlossen die Frauen im Land
die Studenten, Soldaten und Kumpels
geben sich im Vertrauen die Hand.

Venceremos, venceremos,
sprengt die Ketten, in denen ihr liegt.
Venceremos, venceremos,
so nur wird unser Elend besiegt.

Venceremos, venceremos,
sprengt die Ketten, in denen ihr liegt.
Venceremos, venceremos,
so nur wird der Faschismus besiegt.

Sergio Ortega, Claudio Iturra, Hans Georg Albig (deutsch)

Der iPod wird heute 5

Abgelegt unter Apple | Mac, Kultur von Dietbert | 23.10.2006 | 14:27

iPod 1G

Da gab es lange vorher diese Ankündigung über ein neues revolutionäres Produkt von Apple, was die Welt verändern sollte. Steve Jobs selbst kündigte es an. Wer sonst? Und dann kein Knaller, sondern nur ein schnöder MP3-Player. Ich war enttäuscht. Aber der iPod war geboren: 1000 songs in your pocket. Und ja, der iPod passte wunderbar in die 501 von His Steveness. Der Kult begann und Apple brachte es bald die nötige Kohle, um auch weiterhin die schönen Macs zu bauen.

Ach wie war das schön, dieses klickernde Geräusch, wenn ich durch die Wiedergabelisten scrollte. Heute hört man ja nix mehr. Alles so sanft, aber dafür in Farbe. Was beim Musikhören ja nicht wirklich weiterhilft, außer man sieht Farben beim Hören. Und sonst? Es geht nicht ohne. Wie konnte ich jemals ohne iPod leben? Ohne iTunes meine Musik verwalten? Ohne den iTunes Store Musik erwerben. Es war alles so mühevoll. Mit so vielen Wegen verbunden. Und teuer war es auch. Obwohl, das stimmt nicht ganz. Ich gebe jetzt mehr für Musik aus als zuvor. Es gibt ja immer etwas zu entdecken. iPod sei Dank!

Betrunkene und Kinder

Abgelegt unter Kultur, Politik von Dietbert | 14.10.2006 | 17:40

… sagen die Wahrheit. Nicht anders verhält es sich mit Mel Gibson. Der hatte ja unlängst »die Juden« für alle Kriege auf der Welt verantwortlich gemacht. Diese Aussage versuchte er damit entschuldigen, dass er zur Zeit dieses Statements betrunken gewesen war: “… meine Worte waren empörende Ausfälle eines Betrunkenen”. Das ist lächerlich. Mel Gibson ist ein Antisemit. Auch seine Beschwichtigungsversuche sind mehr als erbärmlich. Ihm schwimmen die Felle davon. Und die Honorare für seine Filmrollen. Das ist alles. Und nur darum versucht er sich reinzuwaschen. Schande über ihn.

Der Traum des Fotografen

Abgelegt unter Fotografie, Kultur von Dietbert | 28.09.2006 | 23:08

Leica M8
Leica goes digital. Zehn Megapixel mit dieser phantastischen Leica-Präzision und -Optik. Mehr braucht es nicht. Die hätte ich auch gerne. Wenn ich mal viel Geld übrig habe … dann ist es diese Leica M8.

Apple-Tradition

Abgelegt unter Apple | Mac, Kultur von Dietbert | 13.09.2006 | 8:22

iTV Erst nahmen wir Abschied von der Ein-Tasten-Maus und bekamen eine wunderbare neue und nun brach Steve Jobs mit einer alten Apple-Tradition: Auf dem gestrigen Event kündigte er ein neues Produkt an und zeigte iTV.

Mit dieser Box können Videos vom Rechner per Funk an das TV-Gerät gestreamt werden. Das passt zur Eröffnung des iTunes Video Stores. Es macht ja auch keinen Sinn, sich die Filme auf dem Rechner anzusehen und sie dann über ein langes Kabel zum Fernseher zu übertragen. So wird die Preisgabe des neuen Produkts wohl nicht ganz freiwillig gewesen sein.

iPods September 2006Was gab’s sonst noch? Schöne neue iPods. Mehr Infos gibt es hier.

Er hat Vorschläge gemacht

Abgelegt unter Kultur, Literatur von Dietbert | 14.08.2006 | 10:50

Bertolt Brecht

Heute vor fünfzig Jahren starb Bertolt Brecht: »Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?«

Moderne Legende

Als der Abend übers Schlachtfeld wehte
Waren die Feinde geschlagen.
Klingend die Telegrafendrähte
Haben die Kunde hinausgetragen.

Da schwoll am einen Ende der Welt
Ein Heulen, das am Himmelsgewölbe zerschellt’
Ein Schrei, der aus rasenden Mündern quoll
Und wahnsinnstrunken zum Himmel schwoll.
Tausend Lippen wurden vom Fluchen blaß
Tausend Hände ballten sich wild im Haß.

Und am andern Ende der Welt
Ein Jauchzen am Himmelsgewölbe zerschellt’
Ein Jubeln, ein Toben, ein Rasen der Lust
Ein freies Aufatmen und Recken der Brust.
Tausend Lippen wühlten im alten Gebet
Tausend Hände falteten fromm sich und stet.
In der Nacht noch spät
Sangen die Telegrafendräht’
Von den Toten, die auf dem Schlachtfeld geblieben - -
Siehe, da ward es still bei Freunden und Feinden.

Nur die Mütter weinten
Hüben - und drüben.

Der Zahl

Abgelegt unter Kultur von Dietbert | 2.08.2006 | 19:40

Der Zahl
Der Korrektor von SpOn scheint noch immer beurlaubt zu sein und Bastian Sick schwelgt weiter in Erinnerungen aus der Zeit, als er noch Klassensprecher oder ein klasse Sprecher war, so werden wir wohl weiterhin mit Fehlern in der Anwendung der Ortografie beglückt.

4711

Abgelegt unter Kultur von Dietbert | 2.08.2006 | 19:34

4711 Flasche 4711 steht zum Verkauf. Der jetzige Eigentümer braucht nur globale Marken. Der Duft aus Kindertagen, der einem ständig in die Nase wehte, ist die älteste Parfüm-Marke der Welt. Welten entfernt von den olfaktorischen Offenbarungen von Patrick Süskind in Das Parfüm. Nutzt alles nix. Also, Omis, zückt den Geldbeutel. 4711 verkauft sich immer. Schade nur, das Napoleon nicht mehr lebt, der brauchte davon täglich mehrere Flaschen, zur äußeren und inneren Anwendung.

24 queries. 1.695 seconds.
Powered by WordPress
theme by evil.bert