Tibet

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 20.05.2008 | 21:25

Tibet Flagge

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) – immerhin Regierungspartei – wollte den Dalai Lama nicht empfangen. Mit Rücksicht »auf China«. Jetzt stehen sie endgültig am moralischen Abgrund, haben ihr verwerfliches Gesicht gezeigt. Nur »Die rote Heidi« empfängt den Repräsentanten der Tibeter – aber nicht in ihrem Amtssitz, sondern im Hotel. Na toll, dass sie sich nicht auf der Toilette einer Raststätte trafen. Das ist echte Opposition gegen den Parteivorsitzenden und den Außenminister Steinmeier und das ganze sozialdemokratische Establishment. Es ist peinlich, verwerflich und abstoßend.

Der Dalai Lama ist immerhin der Repräsentant eines besetzen Landes. Er erstebt für Tibet nicht einmal den Status eines souveränen Staates, eine wahre Autonomie wäre schon ein großer Traum – so wie Jahrhundert vor der Besetzung durch Maos Truppe.
Das Rumgehampel der Merkelschen Koalitionäre und der vielen, vielen Vertreter des Kapitals wegen der angeblichen wirtschaftlichen Konsequenzen ist lächerlich. Das Kapital wandert längst weiter in Länder, wo es noch billiger ist, Waren für unseren Konsum zu produzieren. Dahin, wo noch weniger Rechte der Arbeitenden, wo Menschenrechte nichts gelten, wo die kleinste Grundlage friedlichen Zusammenlebens erdrückt, erschlagen wird, die Menschen durch Arbeit vernichtet werden.
Die chinesische Karte ist und hat längst ausgespielt; die indische, vietnamesische, kambodschanische oder gar laotische … nur noch kurz im Spiel. Es gibt noch viele Länder.

Und hier muss mal wieder an den alten Karl Marx erinnert werden:

Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.

Verbrannt

Abgelegt unter Literatur, Politik von Dietbert | 10.05.2008 | 17:56

»Da kommen sie nun aus allen Löchern gekrochen,
die kleinen Provinznutten der Literatur …«
Kurt Tucholsky

Heute jährt sich zum 75. Mal die Bücherverbrennung. Nazi-Deutschland wollte vernichten:
Walter Benjamin, Ernst Bloch, Bertolt Brecht, Max Brod, Otto Dix, Alfred Döblin, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Marieluise Fleißer, Leonhard Frank, Sigmund Freud, Iwan Goll, George Grosz, Jaroslav Hašek, Heinrich Heine, Ödön von Horvath, Heinrich Eduard Jacob, Franz Kafka, Georg Kaiser, Erich Kästner, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Siegfried Kracauer, Karl Kraus, Theodor Lessing, Alexander Lernet-Holenia, Karl Liebknecht, Georg Lukács, Rosa Luxemburg, Heinrich Mann, Klaus Mann, Ludwig Marcuse, Karl Marx, Robert Musil, Carl von Ossietzky, Erwin Piscator, Alfred Polgar, Erich Maria Remarque, Ludwig Renn, Joachim Ringelnatz, Joseph Roth, Nelly Sachs, Felix Salten, Anna Seghers, Arthur Schnitzler, Carl Sternheim, Bertha von Suttner, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Jakob Wassermann, Franz Werfel, Grete Weiskopf, Arnold Zweig, Stefan Zweig. André Gide, Romain Rolland, Henri Barbusse, Ernest Hemingway, Upton Sinclair, Jack London, John Dos Passos, Maxim Gorki, Isaak Babel, Vladimir Iljic Lenin, Leo Trotzki, Wladimir Majakowski, Ilja Ehrenburg … … …
Es wurden ermordet: Carl von Ossietzky, Erich Mühsam, Gertrud Kolmar und Jakob van Hoddis, Paul Kornfeld, Arno Nadel, Georg Hermann, Theodor Wolff, Adam Kuckhoff, Rudolf Hilferding … es suchten den Freitod: Walter Hasenclever, Ernst Weiss, Carl Einstein, Walter Benjamin, Ernst Toller, Stefan Zweig … es wurden ausgebürgert: Ernst Toller und Kurt Tucholsky … es wurden zu Flucht ins Exil gezwungen: Walter Mehring und Arnold Zweig … einige versuchten in der »inneren Emigration« zu überleben: Erich Kästner … …

Als das Regime befahl, Bücher mit schädlichem Wissen
Öffentlich zu verbrennen, und allenthalben
Ochsen gezwungen wurden, Karren mit Büchern
Zu den Scheiterhaufen zu ziehen, entdeckte
Ein verjagter Dichter, einer der besten, die Liste der
Verbrannten studierend, entsetzt, daß seine
Bücher vergessen waren. Er eilte zum Schreibtisch
Zornbeflügelt, und schrieb einen Brief an die Machthaber.
Verbrennt mich! schrieb er mit fliegender Feder, verbrennt mich!
Tut mir das nicht an! Laßt mich nicht übrig! Habe ich nicht
Immer die Wahrheit berichtet in meinen Büchern? Und jetzt
Werd ich von euch wie ein Lügner behandelt! Ich befehle euch, Verbrennt mich!

Bertolt Brecht: Die Bücherverbrennung

I have a dream

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 4.04.2008 | 9:57

Martin Luther King

Heute vor vierzig Jahren wurde Martin Luther King ermordet.
Mit dem Refrain »I have a dream« seiner Rede während des Marsches auf Washington wurde er weltberühmt:

“Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Söhne von früheren Sklaven und die Söhne von früheren Sklavenhaltern auf den roten Hügeln von Georgia am Tisch der Bruderschaft zusammensitzen können… “Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht nach der Farbe ihrer Haut, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden.”

Schnüffelstaat

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 23.05.2007 | 22:30

Anlässlich des drohenden G8-Gipfels in Heiligendamm sammelt »der Staat« auch Geruchsproben potenzieller »gewaltbereiter« Bürger. Staatstragende Hunde könnten dann die passenden Menschen zu den Gerüchen finden. Nach dem »Parfüm« eine weitere olfaktorische Offenbarung. Ehemalige DDR-Bürger fühlen sich an Methoden der Staatssicherheit erinnert. Der Wahn nimmt keine Ende. Vielleicht sollten wir vorab den zuständigen Behörden unsere Socken schicken. Rote wären passend.

rot-grün-schwarz

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 21.05.2007 | 22:31

In Bremen wird es wohl eine rot-grüne Landesregierung geben. Das passt einigen Grünen nicht, die perspektivisch eher für schwarz-grün sind. Das sind die neuen Liberalen mit ehedem alternativem Gewissen, die sich in dieser Republik mit ihrem Lehrer-Dasein eingerichtet haben. Schön Pension mit 50, mit Vorgarten, ökologischem Gemüse im Garten und den Kindern auf der Walldorf-Schule. Prost Post-Alternative! Und die alten Alt-68er, die in der Gewerkschaft oder in der ehemaligen DDR ihre Karriere pflegten? Die sind ja nun in der neuen Parte angekommen. Sie frönen weiterhin ihrem Funktionärsdasein. Wollen nicht regieren. Können nicht. Wollen ihre Pfründe nicht abgeben. Wer kann da noch helfen? Wer weist einen Weg hinaus in die Freiheit des Denkens und Handelns? Früher. Ja, früher war es alles einfacher. Damals, als man noch jung war. Da gab es noch diesen revolutionären Drang alles anders und natürlich besser machen zu wollen und zu können. Unbesehen des eigenen Nachteils. Und jetzt? Eingerichtet im Dasein. Es soll alles besser werden, aber das Risiko sollen die anderen tragen. Das wird auf Dauer nicht gut gehe können.

deutsch-russische Demokratie

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 18.05.2007 | 11:22

Wladimir Putin liebt keinen Widerspruch. Also werden Oppositionelle wie Garri Gasparow daran gehindert, in Samara, anlässlich des Treffens der EU mit Russland, anzukommen und ihre Meinung öffentlich sagen zu können.
Die Bundesregierung keinen Widerspruch. So werden im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm Menschen daran gehindert dorthin zu gelangen. Die ersten »Sammelstellen« für Demontranten werden gerade eingerichtet. Und die Mauer steht immer noch.

Gnade

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 7.05.2007 | 21:09

Christian Klar verbüßt weiter seine Strafe. Der Bundespräsident war nicht gnädig. Das ist sein gutes Recht. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Dass die RAF durch ihre Politik »den Staat« ermuntert hat, vielerlei Rechte einzuschränken und dem Projekt der Linken mehr geschadet hat, ist eine ganz andere Geschichte. Und diese Diskussion um den »richtigen« Weg muss nicht noch einmal geführt werden. Die ist Geschicht, soll und muss es bleiben.

Übel

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 6.05.2007 | 22:24

Frankreich hat gewählt. Nicolas Sarkozy wird der neue Präsident. Madame Ségolène Royal hat verloren. Die Republik driftet nach rechts.

Die Mauer muss weg

Abgelegt unter Politik von Dietbert | 6.05.2007 | 20:34

Mauer in Heiligendamm 2007

(Das großartige Bild: »Fenced« – asvensson@flickr aka Alexander von »Wortfeld«)

So sieht das aus, wenn sich die »Führer der freien Welt« zu ihrem jährlichen Treffen, dieses Jahr in Heiligendamm an der Ostsee, rüsten. Was dem einen sein »antifaschistischer Schutzwall« war, ist dem anderen seine »technische Sperre«, wie der Drahtzaun um die Stätte des kommenden G8-Gipfels in der Sprache der so genannten Sicherheitsbehörden genannt wird. Genau wie dem historischen Vorbild darf man sich auch diesem Bauwerk nicht ungestraft nähern. Schöner kann man das »ihr potenziell Bösen da unten, wir Guten hier oben« nicht symbolisieren. Wer sich freiwillig umzäunt, hat böse Absichten oder ein schlechtes Gewissen…

uniformation.org

[via Felix Schwenzel – wirres.net]

Guernica

Abgelegt unter Kunst, Politik von Dietbert | 26.04.2007 | 8:27

Guernica

Heute vor 70 Jahre zerstörte die vom faschistischen Deutschland geschickte »Legion Condor« die kleine spanische Stadt Guernica, die heilig Stadt der Basken. 1600 Menschen starben.

In Guernica leben die glücklichsten Menschen. Ihre Angelegenheiten regeln sie durch eine Körperschaft von Bauern unter einer Eiche, und stets verhalten sie sich klug.
Jean-Jacques Rousseau

Picasso Guernica

Pablo Picasso malte 1937 seine riesige (777 x 349 cm) Guernica-Allegorie für den Pavillon der Spanischen Republik auf der Weltausstellung in Paris.
Mehr über Guernica, den Spanischen Bürgerkrieg und Picasso gibt es auch im zweiten Band der »Ästhetik des Widerstands« von Peter Weiss.

24 queries. 1.836 seconds.
Powered by WordPress
theme by evil.bert